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云蒙山 Yunmeng Shan Camping Weekend

Unser wundervolles Camping Wochenende im Yunmeng Gebirge haben wir mit Freuden genossen und sind vor allem als Gruppe enger zusammengewachsen.

Es ging am Freitag um 7:50 morgens mit dem Taxi los zum Bahnhof in Tangshan, dann weiter nach Beijing, wo wir den Schnellbus in Dongzhimen nach Yunmengshan nehmen mussten. Allerdings hielt der Bus nur in der Vorstadt, also fuhren wir fuer 10RMB p.P. in einem kleinen Minibus Taxi mit einem netten Mann den Berg hinauf in ein kleines Dorf, wo wir letztlich entschieden, die erste Nacht im Dorf fuer 10RMB p.P. zu uebernachten, da es fuer einen Aufstieg schon relativ spaet war. Gesagt getan, und so erreichten wir unsere Unterkunft, wo wir erstmal totmuede in die Betten sanken und eine kleine Verschnaufspause einlegten.

Danach beschlossen wir die Gegend etwas zu erkunden und unseren ersten Abend in Yunmengshan mit einer kleinen Wanderung den Bach entlang ausklingen zu lassen. Die Steine, die wir fanden und auf welchen wir mit Leidenschaft posierten, waren gigantisch schoen! Auch das Wasser im Bach stierte uns foermlich mit unglaublicher Klarheit entgegen, so dass man wirklich jedes einzelne Sandkorn unter der Wasseroberflaeche erkennen konnte. Neben klaeffenden Hunden, die die Bauernhoefe bewachten, stiessen wir auch auf Schweine und Ziegen, doch die Hunde werden uns fuer immer in Erinnerung bleiben, denn im Gegensatz zu westlichen Laendern mit grossen Wachhunden, findet man in China eher kleine Schosshuendchen, die ein Gebell wie tausend Blitze machen.

Am naechsten Morgen wachten wir bereits um 5.30 Uhr auf, da wir auf Grund der frischen Luft und Sonne, einfach nicht mehr weiterschlafen konnten. Und so ging es nach einem kleinen Fruehstueck mit Sack und Pack zum Berg, doch sollte sich 3 Stunden spaeter herausstellen, dass man uns etwas falsch ueber den Aufstieg informiert hatte und wir auf der Rueckseite des Berges landeten, statt im Wald auf der Vorderseite neben dem Nationalpark. Also ging es ganze 3 Stunden lang auf einem steinigen Wanderweg hinauf Richtung Gipfel, den wir leider wegen unseres Gepaeckes nicht erreichten, da der letzte Aufstieg viel zu steinig war, aber immerhin, schafften wir es bis zur vorletzten Etappe und genossen einen wundervollen Ausblick auf das Tal und den Berg. Es war mehr als herrlich, denn die Sonne strahlte uns ins Gesicht und belohnte uns mit hervorragendem Wetter fuer den harten Weg. Anstatt sich ueber die Fehlinformationen der Einheimischen aufzuregen, sahen wir uns eher als die Erfinder eines neuen Olympischen Sports an, dem "Baggie Mountain Climbing", weil ausser mir alle Studenten eher Tueten mit sich schleppten, als einen richtigen, grossen Wanderrucksack und wir uns auf einem Wanderweg fuer Bergsteiger befanden. Wir trafen sogar auf eine verrueckte Wandertruppe, die direkt auf dem eisigen Gipfel uebernachten wollte, in der Kaelte und im Schnee. Hartgesottene Leute, mit der Ausnahme, dass es ihnen trotz besserer Ausruestung und Bekleidung anscheinden schwieriger viel die Steine zu bewaeltigen als uns.

Innerhalb von 45 Minuten waren wir dann schliesslich wieder unten im Dorf und riefen den netten Onkel von dem Motel an, ob wir nicht auf einem Bauernhof unser Zelt aufschlagen koennten und Feuer machen duerfen. Ruckizucki fanden wir uns dann auch schon im Garten eines Bauern wieder, der uns fuer 7RMB pro Person erlaubte auf dem Anbaubeet zu zelten und ein Lagerfeuer zu setzen. Da Jungs bekanntlich zwei linke Haende im Aufbau von Zelten haben, nahmen wir Frauen die Aufgabe in die Hand und bauten das Zelt in Windeseile auf, waehrend wir die Jungs Holz holen liessen, was sich schon als herausfordernd genug fuer sie herausstellte, als sie uns einpaar mikrige Zweige brachten...

Nachdem unser Zelt endlich fertig stand, ruhten wir uns im Innern einwenig durch Meditation im Liegen aus und lauschten der Musik von ENIGMA, die ich einen Tag zuvor den Studenten schon auf ihre MP3's downloadete.

Der Wind wurde mit einem Male jedoch so stark, dass Jasmine, Sabrina und ich hinausgingen und die Planen nochmals fester zogen. Die Zeit war mittlerweile auch schon reif zum Feuer machen, also entschieden wir uns dazu das Lagerfeuer vorzubereiten und die anderen weiter meditieren zu lassen. Ratzbatz schaufelten wir uns ein kleines Loch, umrandeten es mit Ziegelsteinen, fuellten es mit trockenem Holz und fertig war das kleine Lagerfeuer fuer unser BBQ.

Alisha, Jaqueline und Dennis halfen uns noch den Tisch fuer das BBQ herzurichten und ein Auge auf den diebischen Hund zu werfen, der stets mit hungrigen Augen um unser Lager herumscharwenzelte, um in einem unvorsichtigen Augenblick uns den Speck vom Tisch zu schnappen. Aber keine Chance!

Nach 1 Stunde kochen, genossen wir unser erstes BBQ am Lagerfeuer bei einer Froschtaschenlampe im Dunkel des Abends, unter Sternenklarem Himmel. Wir sahen sogar ein UFO in der Weite ueber uns fliegen und hofften, es wuerde landen, um uns mitzunehmen ;-) Haha, vielleicht das naechste Mal.

Bevor wir uns schlafen legten, klimperte ich etwas auf der Gitarre, waehrend der Rest unserer Truppe sich beim Kartenspiel verausgabte. Die Nacht froestelten wir nicht wie gedacht, da ich auf die genialistische Idee kam, dass wir uns gegenueber Fuss an Fuss legen und uns fest aneinander kuscheln. So ueberstanden wir die Nacht bei -2 Grad Celsius und wachten am naechsten Tag zwar etwas muede, aber dennoch frisch zum Sonnenlicht auf. Wie im Bilderbuch hoerten wir den Hahn kraehen und die Voegel singen. Langsam machten wir uns fuer den Heimweg bereit und fruehstueckten, bevor es ans Zelt abbauen ging. Gegen Mittag fuhren wir dann wieder mit dem kleinen Minibus fuer nur 5RMB p.P. zur Bushaltestelle, um mit dem Bus 916 nach Dongzhimen zurueckzufahren. Von dort nahmen wir ein Taxi zum Hauptbahnhof, wo unser Zug um 15.39 Uhr abfahren sollte, also noch fast 2 Stunden Zeit, um schnell mal um die Ecke zum Tian'An'Men Platz zu fahren und einpaar Fotos zu schiessen.

Puenktlich gegen 17.30 waren wir dann auch schon wieder in good old Tangshan und freuten uns nur noch aufs Bett, nachdem wir 2 Stunden im Zug stehen mussten...

Alles in allem, ein hervorragendes Wochendende in der Natur!